Gemeinsam Wärme neu denken:

Akteure aus dem Barkauer Land erproben im EU-Projekt TOGETHER4HEAT neue Wege für eine gemeinschaftliche und bezahlbare Wärmeversorgung im ländlichen Raum.

Die Energiegenossenschaft Energieversorgung Honigsee eG ist seit dem 1. Juli 2026 offiziell Partner in dem INTERREG-Ostseeraum-Projekt Together4Heat – Collective and Inclusive Energy Futures for Rural Areas. Außerdem sind die Bürgergenossenschaft Barkauer Land und die Klimaschutzagentur im Kreis Plön indirekt als sog. Assoziierte Organisationen eingebunden. In dem Projekt werden gemeinschaftliche Lösungen für eine klimaneutrale, bezahlbare und sozial gerechte Wärme- und Kälteversorgung in ländlichen Regionen des Ostseeraums entwickelt. Kleine Gemeinden, zivilgesellschaftliche Organisationen, Bürger*innen und weitere interessierte Akteur*innen arbeiten gemeinsam an dezentralen Versorgungsmodellen für solche Gebiete, in denen sich Wärmenetze wirtschaftlich nicht realisieren lassen. Dazu zählen beispielsweise gemeinschaftliche Investitionen von Energiegemeinschaften in dezentrale Wärme- und Kältesysteme, die gebündelte Beschaffung von Wärmepumpen oder Leasing- und Contractingmodelle. Besonderes Augenmerk liegt auf der Beteiligung von Haushalten mit geringem Einkommen und anderen vulnerablen Gruppen, damit auch sie von bezahlbaren Lösungen profitieren können.

In vier Pilotkommunen in Dänemark, Deutschland, Lettland und Polen werden lokale Wärmeteams etabliert, die konkrete Ansätze und Fahrpläne für eine gemeinschaftliche Wärme- und Kälteversorgung entwickeln. Die gewonnenen Erfahrungen werden sowohl in den Partnerländern als auch grenzüberschreitend ausgetauscht, in praxisnahen Leitfäden aufbereitet und in Politikempfehlungen überführt.

Das Vorhaben wird von der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein koordiniert. Zum Projektkonsortium gehören neben der Energieversorgung Honigsee eG auch die Kommunen Middelfart (Dänemark), Bauska (Lettland) und Kamienna Góra (Polen), der Verband der dänischen Energiegemeinschaften, das Latvian Rural Forum (Lettland), die Energiegenossenschaft “Sudety Energy” (Polen) und die Lokale Aktionsgruppe Flax Flower (Polen). Zu den Assoziierten Organisationen zählt u.a. auch die Deutsche Energie-Agentur mit ihrem Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende. Gefördert wird TOGETHER4HEAT als Kleinprojekt (Small Project) durch das INTERREG Ostseeprogramm, kofinanziert von der Europäischen Union. Das Projekt startete am 1. Juli 2026 und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Das Projekt Together4Heat beschleunigt die Dekarbonisierung ländlicher Gebiete im Ostseeraum. Gleichzeitig wirkt es Energiearmut entgegen und fördert gerechte Lebensbedingungen.

Das Projekt unterstützt kleine ländliche Gemeinden dabei, den Wandel im Bereich Heizung und Kühlung (H&C) zu gestalten. Hierzu werden Bürgerinnen und Bürger – insbesondere Eigentümerinnen und Eigentümer von Einfamilienhäusern und Wohnungen – aktiv eingebunden, um gemeinsam sozial inklusive, gemeinschaftliche und nicht gewinnorientierte Lösungen zu entwickeln.

Im Mittelpunkt stehen netzunabhängige Initiativen, bei denen Kommunen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Bürgerinnen und Bürger bei der Entwicklung dezentraler Ansätze zusammenarbeiten, die über klassische Wärmenetze hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise gemeinschaftliche Investitionen in dezentrale Heiz- und Kühllösungen durch Energiegemeinschaften, die gemeinsame Beschaffung von Anlagen wie Wärmepumpen sowie gemeinschaftliche Leasing- oder Vertragsmodelle, einschließlich „Wärme als Dienstleistung“ (Heat as a Service). Ziel ist es, die Kosten für alle Beteiligten erschwinglich zu halten.

Besonderes Augenmerk gilt einkommensschwachen und sozial benachteiligten Eigentümerinnen und Eigentümern von Häusern und Wohnungen. Für sie sollen Möglichkeiten geschaffen werden, sich gleichberechtigt und aktiv an den gemeinschaftlichen Lösungen zu beteiligen.

Die Aktivitäten richten sich an Gemeinden oder Gemeindeteile mit bis zu 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, in denen Fernwärme wirtschaftlich nicht tragfähig ist.

In vier Pilotkommunen in Dänemark, Deutschland, Lettland und Polen werden lokale Wärmeteams ihre Kompetenzen stärken, um sogenannte Collective Action Roadmaps – gemeinsame Fahrpläne für kollektives Handeln – zu entwickeln und teilweise umzusetzen. Diese Fahrpläne sollen gemeinschaftliche Lösungen für Heizung und Kühlung voranbringen.

Darüber hinaus fördert das Projekt den Wissenstransfer durch gegenseitiges Lernen zwischen den Projektpartnern, digitale Leitfäden für kleine ländliche Gemeinden sowie nationale und transnationale Transferworkshops. Zudem werden Empfehlungen erarbeitet, wie politische und regulatorische Rahmenbedingungen verbessert werden können, um sozial inklusive Heiz- und Kühllösungen in kleinen ländlichen Gemeinden zu ermöglichen.

Das Projekt wird von der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein (Böll SH) koordiniert. Zum Konsortium gehören außerdem:

  • die Kommune Middelfart (Dänemark),
  • die Kommune Bauska (Lettland),
  • die Kommune Kamienna Góra (Polen),
  • die Energiegenossenschaft Energieversorgung Honigsee (Deutschland),
  • Energy Communities Denmark,
  • das Latvian Rural Forum,
  • die Energiegenossenschaft Sudety Energy (Polen) sowie
  • die Lokale Aktionsgruppe Flax Flower (Polen).

Das Projekt wird als Kleinprojekt im Rahmen des INTERREG-Ostseeraumprogramms kofinanziert. Es begann am 1. Juli 2026 und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.